Völlig losgelöst im All

„Völlig losgelöst“ lautet der Titel des ersten Abenteuers vom kleinen Major Tom, der mit seiner Freundin Stella und der klugen Roboterkatze Plutinchen an Bord einer Raumstation lebt, weil beider Eltern bei der Raumfahrtbehörde arbeiten. Toms Vater muss gerade ein Gewächshaus auf dem Mars reparieren, weil das Gemüse dort für die Vitaminversorgung der Marsastronauten lebenswichtig ist. Ein Meteorit hatte das Gewächshaus getroffen.

Beim Essen und Trinken in der Schwerelosigkeit muss man ganz schön aufpassen, dass alles im Mund landet und nichts in die Schlitze der Klimaanlage gerät. Tom und Stella haben darin schon Übung.

Als der Bordcomputer meldet, dass ein Sonnensegel repariert werden muss, ziehen Tom und Stella ihre Raumanzüge an, schnallen sich die Rucksäcke mit den großen Luftflaschen voller Atemluft auf den Rücken und haken sich die Sicherheitsleinen an ihren Gürteln fest, damit sie nicht von der Raumstation wegdriften können.

Weltraumschrott hat das Sonnensegel getroffen und beschädigt. Seit der erste Sputnik 1957 um die Erde flog, haben Raketen und Satelliten Schrauben, Kabel, Bolzen und größere Metallteile im Weltraum verloren. Tausende von losen Teilen fliegen mittlerweile im Orbit um die Erde herum.

Der Weltraumausflug zwecks Reparatur wird dann noch zu einem richtigen Abenteuer, als Stellas Sicherheitsleine sich von ihrem Gürtel löst und sie ohne Verbindung zur Station davonschwebt. Aber wozu hat man eine so kluge Roboterkatze wie Plutinchen, die ohne Atemgerät durchs All fliegen und Stella mit ihrer  Sicherheitsleine zurückholen kann?

Ein letzter Blick zurück auf unseren blau schimmernden Planeten zeigt ihnen, wie dünn und zart die Lufthülle unserer Erde ist. Ob das noch lange gut geht, wenn die Menschen mit Abgasen aus Autos und Fabriken diese dünne Lufthülle weiter so verschmutzen?

„Der kleine Major Tom“ ist ein spannendes Weltraum-Märchen, das nebenbei Naturbeobachtungen und Naturgesetze wie zum Beispiel Gravitation oder Lichtbrechung kindgerecht erklärt.

Im zweiten Band – „Rückkehr zur Erde“ – holen Tom und Stella mit dem Space Racer ihren Freund Daniel von der Erde ab und erklären ihm zusammen mit ihrer Roboterkatze Plutinchen, was bei einer Sonnenfinsternis passiert. Dann erforschen sie gemeinsam, warum der Himmel eigentlich blau ist.

Im dritten Band – „Die Mondmission“ – können sie mit dem Mondauto fahren, das die NASA-Astronauten bei ihren Apollo-Missionen auf dem Mond zurück gelassen haben. Die Gravitationskräfte zwischen Erde und Mond und das Zustandekommen der Gezeiten werden erklärt.

Im vierten Band – „Kometengefahr“ – haben Tom, Stella und Plutinchen einen Einsatz, bei dem Plutinchen Bodenproben vom Kometen holt und die Kinder mit dem Roboter-Greifarm ihres Raumschiffs den Kometen in zwei Teile zerbersten lassen und von seinem Kurs auf die Erde abbringen.

Der kleine Major Tom – Band 1: Völlig losgelöst

Band 2: Rückkehr zur Erde

Band 3: Die Mondmission

Band 4: Kometengefahr

Tessloff Verlag, alle 4 Bände von Bernd Flessner, Stefan Lohr und Peter Schilling, je Band 8,95 €

Der kleine Major Tom ist im Antolin-Leseförderungsprogramm gelistet

https://www.antolin.de/all/bookdetail.jsp?book_id=147768

 

 

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Wurstfesseln und Fingerabdrücke

Polly erwischt den Wurstdieb im Supermarkt und fesselt ihn mit einer Wurstkette, vorläufig allerdings leider nur im Traum. Polly hat nämlich noch etliche Jahre auf der Schule für kleine Hunde vor sich, auf der man sich auch zum Hütehund oder für den Bergwachtdienst oder als Assistenzhund für Menschen im Rollstuhl ausbilden lassen kann.

Polly möchte Polizeihund werden, wenn sie groß ist, so wie ihre Eltern. Die arbeiten beide seit Monaten an dem Fall des Wurstdiebs und wissen inzwischen, dass Frank Furter der Dieb ist. Er hat nämlich an allen Tatorten seine Pfotenabdrücke hinterlassen.

Allmählich eilt es aber mit den weiteren Ermittlungen, da ein Wurstfest in Kleinbellingen bevorsteht, und wenn dem Wurstdieb nicht rechtzeitig sein Handwerk gelegt wird, dann wird aus dem geplanten Fest nichts…

Gill Lewis, „Polly und der Wurstdieb“ aus der Reihe „Die Schule für kleine Hunde“, dtv junior 2017,  6 – 9 Jahre, 125 Seiten, 8,95 €

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Bei der Mülltrennung zu helfen ist Ehrensache, also bringen die Kinder die leeren Glasflaschen zum Flaschencontainer. Dort machen sie einen merkwürdigen Fund neben dem Container: eine große Tüte mit geöffneten Briefumschlägen.

Da stimmt etwas nicht, und so bringen sie die Briefe zur nächsten Polizeiwache. Hier erfahren sie, dass ein Briefträger den Diebstahl der Briefe von seinem Fahrrad bereits angezeigt hat. Die Polizisten lassen sich noch die genaue Fundstelle am Flaschencontainer von den Kindern zeigen und fahren die beiden dann im Streifenwagen nach Hause. Dort haben sie eine Menge zu erzählen, denn sowas erlebt man nicht alle Tage- Und Papa ist sogar ein bisschen neidisch…

Martin Klein, „Zwei bei der Polizei“, Duden Leseprofi 1. Klasse, Große Fibelschrift, Rätselfragen mit Lösungsschlüssel, Fischer Verlag 2017, 44 Seiten, 7,99 €

Ebenfalls für die 1. Lesestufe in großer Fibelschrift ist „Polizeihund Bolle im Einsatz“, als er mit seinem  Hundeführer Ben zusammen zum Juwelier Klunker gerufen wird, der überfallen und beraubt wurde. Mit Sirene und Blaulicht sausen Ben und Bolle zum Juweliergeschäft und befreien Herrn Klunker, der gefesselt und geknebelt in seiner Werkstatt sitzt und gerade noch mit seiner Nase den Alarmknopf drücken konnte.

Der Räuber hatte eine Schweinchen-Maske vom Fasching aufgesetzt und ihm mit einer Pistole gedroht. Nun gehen die Ermittlungen los. Ein zerknülltes Taschentuch mit blauem Rand, das auf dem Fußboden der Werkstatt liegt, scheint dem Täter zu gehören: Es wird fotografiert und in eine Tüte gepackt.

Nachdem die ersten überprüften Tatverdächtigen alle ein Alibi haben, schnuppert Bolle an einer Tasche und wird fündig: noch so ein blau umrandetes Taschentuch! Dank moderner Kriminaltechnik mit DNA-Analyse hat es nicht viel Sinn zu leugnen. Und Ben und Bolle werden am Schluss gefragt, ob sie nicht zukünftig im Raubdezernat arbeiten wollen.

Katja Reider (Text) und Daniel Sohr (Illustrationen), „Polizeihund Bolle im Einsatz“, Leserabe 1. Lesestufe, Ravensburger Buchverlag 2017, 7,99 €

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Fingerabdruck, Handabdruck, DNA-Abgleich und andere Ermittlungsmethoden werden im WAS IST WAS -Band 120 „Polizei – Streife, Kripo, SEK“ für Leser ab 8 Jahren erklärt. Was macht die Kriminalpolizei, was die Schutzpolizei? Was fällt in die Zuständigkeit der Bundespolizei? Wieso ist eigentlich die Wasserschutzpolizei für Umweltkriminalität und Tierschutz zuständig, und wer gehört alles zur Küstenwache?

In 5 Kapiteln bietet das Buch einen Überblick über alle Aufgaben der Polizei von der Verkehrserziehung an Schulen über Diebstahlsanzeigen bis hin zur Aufklärung von Kapitalverbrechen wie Mord.

Was man an winzigen Textilfaserspuren unterm Rasterlektronenmikroskop erkennen kann und wie Handschriftenanalyse und Stimmprofil einen Täter überführen können, wird erklärt.

Auch die Geschichte der Polizei und die Herkunft des Begriffes Polizei werden kurz angerissen. Wer darüber mehr erfahren möchte, für den lohnt sich auch ein Besuch in der historischen Abteilung des Polizeimuseums in Hamburg, (Link auf die Website des Museums siehe unten).

Polizei – Streife, Kripo, SEK, WAS IST WAS Band 120, ab 8 Jahren, Tessloff Verlag 2013, 48 Seiten, 9,95 €

http://polizeimuseum.hamburg/polizeigeschichte-/

Winterfell und Frostschutzmittel

Kälte und Nahrungsknappheit prägen die Winterzeit für Wildtiere und Wald und Flur: Wenig fressen, viel frieren, das zwingt zum Energie sparen und auch die Tiere, die keinen Winterschlaf halten, fahren Stoffwechsel, Atemfrequenz und ihre Körpertemperatur herunter.  Werden sie in dieser Zeit aufgescheucht, in Unruhe versetzt, verbrauchen sie wervolle Energie.

Die Beschneidung ihres Lebensraumes durch zunehmende Ausbreitung von Wohn- und Industriegebieten ist für große Tiere wie den Rothirsch generell ein Problem. Kein Wunder also, wenn er bei Nahrungsmangel junge Bäume schält und Knospen frisst.

Insektenlarven und -puppen produzieren eine Art  Frostschutzmittel und kommen so über den Winter.

Stand- und Strichvögel passen ihr Überwinterungsverhalten den jeweiligen Witterungsbedingungen an und verhalten sich nicht in jedem Herbst oder Winter gleich.

Eine spezielle Art, sein Gefieder wasserabweisend eintzufetten, hat der Graureiher: Da seine Bürzeldrüse sehr klein ist, hat er Puderfedern an Brust und Bauch, die in ein fetthaltiges Puder zerfallen. Dieses Puder verteilt er über den ganzen Körper und schützt so sein Gefieder vor Nässe.

Schneehuhn, Reh und Haselmaus  – Tiere im Winter, Text und Illustrationen Thomas Müller, empfohlen ab 6 Jahren, Gerstenberg Verlag 2017, 16,95 €

Nachtaktive Tiere hat Thomas Müller in dem Band „Eule, Fuchs und Fledermaus – Tiere der Nacht“ in ebenso naturgetreuen Illustrationen bereits 2016 vorgestellt. Neben Fledermaus und Eule lernen wir hier die Nachtigall und das Glühwürmchen kennen und lesen über das Nachtleben von Hermelin, Wachtelkönig und Totenkopfschwärmer.

Beide Bücher sind großformatig, 25 x 33,5cm,  und haben jeweils 64 Seiten. Die Wintertiere tummeln sich auf schneeweißen Seiten, die Tiere der Nacht hingegen im Mondschein und auf pechschwarzem Untergrund. Letzteres war anfangs für die kleineren Kinder etwas gewöhnungsbedürftig, nach der Lektüre des Winterbandes konnten wir dann aber als Folgelektüre die Nachttiere genießen, wenn auch weiterhin mit leichtem Gruselfaktor.

Eule, Fuchs und Fledermaus – Tiere der Nacht, Text und Illustration Thomas Müller, Gerstenberg Verlag 2016, 16,95 €

Pfannkucheneis und Leberwurstbaum

Die Küstenseeschwalbe kennt beide, die Eisbären in der Arktis und die Pinguine in der Antarktis. Im arktischen Sommer brütet die Küstenseeschwalbe am Nordpol und zieht mit ihren Jungen, wenn der Sommer sich dort dem Ende neigt, 80.000 km bis in die Antarktis zu den Pinguinen, um die restliche Zeit des Jahres im antarktischen Sommer zu verbringen. Sie braucht ihren Flug nicht zu unterbrechen, weil ihre beiden Gehirnhälften sich im Flug beim Schlafen abwechseln.

Elfenbeinmöwen hingegen bleiben in der Arktis bei den Eisbären und haben mit den Resten ihrer Beutetiere ein gutes Auskommen.

Tiere, Pflanzen und menschliches Leben in den Polargebieten werden in „Polargebiete – Leben in eisigen Welten“ auf 48 Seiten vorgestellt, Plättcheneis, Frazileis, Pfannkucheneis werden erklärt, von den ersten Landexpeditionen zu den Polen im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wird erzählt. Wie baut man ein Iglu, und was macht das Forschungsschiff „Polarstern“ im Eismeer?

Antarktische Riesenquallen mit einem Schirmdurchmesser von einem Meter und Kolosskalamare von 10 Meter Länge sind zu entdecken. Die Flügelspannweite eines Albatrosses wird vermessen und seine Landetechnik inklusive Bruchlandung und  Rolle vorwärts beschrieben.

Polargebiete – Leben in eisigen Welten, WAS IST WAS, Tessloff Verlag 2016, 9,95 €

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Ein fast 200 Seiten starker Sonderband WAS IST WAS führt in die Welt der Pflanzen ein. Alte Bekannte wie der Apfelbaum oder das Gänseblümchen und der Klatschmohn werden jeweils auf einer DIN A 4 Seite genauer betrachtet, aber auch weiter entfernt wachsende Bäume, wie die Kokospalme oder der Arganbaum, auf dessen Zweigen in Marokko und Algerien Ziegen herumklettern, um an die Früchte zu kommen .

Ebenfalls auf dem afrikanischen Kontinent beheimatet ist der Leberwurstbaum, unter dem  man sich nicht schlafen legen sollte. Die Früchte können bis zu 9 Kilo schwer werden und da möchte man nicht darunter liegen, wenn sie reif sind und abfallen. Das Holz wird für die Herstellung von Einbäumen benutzt und ist im Wasser lange haltbar. Elefanten und andere Tiere fressen die Früchte des Leberwurstbaumes gerne.

Aus den Früchten des Kakaobaums kann man Schokolade herstellen, die Bananen sind krumm, weil sie dem Licht entgegenstreben, und manche Froscharten nutzen fleischfressende Kannenpflanzen als Kinderstube für ihren Nachwuchs, weil den Kaulquappen die Verdauungssäfte der Pflanze nichts anhaben können.

Kapitel über Fotosythese, botanische Systematik, Gentechnik und Verteidigungsstrategien wie Dornen, Stacheln und Pflanzengifte gegen Fressfeinde ergänzen das Pflanzenalphabet und machen diesen Sonderband aus der Reihe für Kinder ab 8 Jahren zu einem Hausbuch, das „mitwächst“ und für die ganze Familie nützlich ist.

Welt der Pflanzen, WAS IST WAS, Tessloff Verlag, 192 Seiten, über 950 Fotos, 19,95 €

Natur von Anfang an

Wann und wie schlafen die Tiere? Fledermäuse und Waschbären sind nachtaktiv und schlafen deshalb am Tage. Fledermäuse hängen sich dabei kopfüber an ihren Füßen auf. Flamingos schlafen auf einem Bein und wärmen das andere solange im Bauchgefieder.

Essen, Trinken, Wohnen und andere lebenswichtige Tätigkeiten werden in „Muss der Waschbär früh ins Bett?“ kapitelweise auf 30 Seiten vorgestellt und mit menschlichen Gewohnheiten verglichen. Schildkröten fauchen, wenn sie sich streiten, Möwen kreischen und Hirsche röhren und nutzen ihre Geweihe für einen Zweikampf.

Als Beispiele für friedlichere Kommunikation unter Artgenossen ist der Gesang der Wale und der Tanz der Honigbienen im Bienenstock dargestellt. Das springende Känguru, der Kolobri, der auch rückwärts fliegen kann, und der Regenwurm, der sich ohne Beine fortbewegt, zeigen, wie man man sonst noch vorwärts kommen kann.

„Muss der Waschbär früh ins Bett?“ ist in einer neuen Bilderbuch-Reihe im Kosmos Verlag erschienen, die im sogenannten cradle-to-cradle-Verfahren produziert wird. Alle Bücher werden mit Pflanzenölfarben auf umweltfreundlichem Papier gedruckt und sind voll kompostierbar.

Svenja Ernsten und Tobias Pahlke, Muss der Waschbär früh ins Bett?, Kosmos Verlag 2017, ab 4 Jahren, 12,99€

 

Atlas ungezähmter Wildnis

45 Orte ungezähmter Wildnis stellt der Atlas von Chris Fitch vor, zum Beispiel verwilderte, ehemals von Menschen bewohnte Dörfer und Städte. Die Region um Tschernobyl ist zum El Dorado für Füchse, Wölfe und Elche geworden, gefallenes Laub und Totholz verrotten aufgrund der hohen Strahlung dort nicht, die Zeit scheint 1986 stehen geblieben zu sein. Mittels Kamerafallen kann man Wildschweine, Hirsche & Co. durch die vom Menschen verlassenen Siedlungen streifen sehen.

Grenzgebiete wie die UN-Pufferzone zwischen dem griechischen und türkischen Teil Zyperns werden zu ungeplanten Grünstreifen mit reichhaltigem Tierleben, ebenso die 4 km breite Pufferzone zwischen Nord- und Südkorea.

Auch Orten extremer Hitze und extremer Kälte widmen sich einige Kapitel, der Kristallhöhle mit 11 Meter langen Eiskristallen in Mexiko, der Eisriesenhöhle in Österreich, dem Death Valley mit Temperaturen über 50 °Celsius.

Jeder Ort wird mit Karte, 2- bis 3-seitigem Text und einem Schwarzweiß-Foto vorgestellt. Auch im äußeren Erscheinungsbild kommt der Wildnis-Atlas wie ein Erdkundebuch aus einem vergangenen Jahrhundert daher: grün mit schwarz stilisierten Tannenwäldern, die Legende alter Atlanten lässt grüßen.

Im Pleistozän-Park in Ostsibirien wurden in den 1980er Jahren Bisons, Elche und Moschusochsen wieder angesiedelt, um die Tiere unter Bedingungen zu beoabchten, die der letzten Eiszeit möglichst ähnlich sind.

Eine aktuell in die Schlagzeilen geratene ungezähmte Wildnis ist der Bilowieza-Nationalpark. Er gilt als letzter Tiefland-Urwald Europas und erstreckt sich über 150.000 Hektar entlang der Grenze zwischen Polen und Weißrussland. Ein Teil des Waldes wurde 1979 von der UNESCO zum Welterbe erklärt. Zu den 20.000 Tierarten, die dort leben, gehört auch das vom Aussterben bedrohte Wisent.

Seit 2016 werden im Bilowieza-Nationalpark nun intensiv Bäume gefällt, was mit Schädlingsbefall begründet wird. Der Europäische Gerichtshof hat jetzt im Falle des weiteren Abholzens Polen ein Zwangsgeld von 100.000 Euro pro Tag angedroht, – (siehe dazu auch die beiden unten stehenden Links zu weiterführenden Zeitungsartikeln.)

Der Atlas der ungezähmten Wildnis bietet viele Impulse, sich mit unbekannten und rätselhaften Orten rund um den Globus genauer zu befassen. Für Abenteurer, Hobbybiologen und Reiselustige auch als Weihnachtsgeschenk geeignet.

Chris Fitch, Atlas der ungezähmten Wildnis – Eine Reise zu extremen Landschaften, unberührten Plätzen und wilden Orten, mit vielen Landkarten und Schwarzweiß-Fotos, Brandstätter Verlag, Wien 2017, 29,90 €

http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-11/bilowieza-nationalpark-polen-europaeischer-gerichtshof-abholzung

http://www.faz.net/aktuell/wissen/erde-klima/bia-owie-a-naturschuetzer-kaempfen-um-den-urwald-15299127.html

 

Von Knochenflöten und Soundtracks

Minnesang und Blues, Rock’n Roll und Volksmusik, eine kleine Geschichte der Musik auf 8 Seiten bietet der WAS IST WAS-Band 116 „Musik – Wunderwelt der Töne“.

Instrumentenfamilien werden erklärt, Opernhäuser, Konzertsäle, Kammerorchester und Big Bands sowie sämtliche Tonträger vom ersten Phonographen über Vinyl-Schallplatte und CD bis zum MP3-Player.

40.000 Jahre alte Knochenflöten, die man auf der Schwäbischen Alb gefunden hat, sind die ältesten erhaltenen Musikinstrumente Europas. Das Kapitel „Musikinstrumente aus aller Welt“ zeigt Panflöte, Sitar, Balalaika und vieles mehr.

Ein Kapitel über Musikberufe in Film und Fernsehen und die heutige Musikindustrie schließt den Band ab.

Musik – Wunderwelt der Töne, WAS IST WAS Band 116, Tessloff Verlag, Nürnberg 2016

40.000 Jahre alte Flöten und andere Schnitzereien aus Elfenbein begegnen uns in „Archäologie – Schätze der Vergangenheit“.  Angefangen bei Werkzeugen und Methoden der Archäologen geht es durch die Epochen Steinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit und weiter durch die späteren Jahrhunderte, aus denen auch schriftliche Quellen vorliegen und für die dann auch Forschungsergebnisse von Historikern vorliegen.

Über die Biblische und die Klassische Archäologie und das Mittelalter geht es weiter zur Unterwasserarchäologie in gesunkenen Schiffen und Unterwasserhöhlen. Interviews mit Archäologen geben einen Einblick in verschiedene Betätigungsfelder und vermitteln auch etwas von der Begeisterung für diesen Beruf.

Von Grabräubern, Fälschern und Betrügern, denen man mit kriminalistischem Gespür auf die Schliche kommen muss, ist in den letzten Kapiteln die Rede, kurzum, das ideale Buch für werdende Forscher.

Archäologie – Schätze der Vergangenheit, WAS IST WAS Band 141, Tessloff Verlag 2017, 9,95 €

Vor ca. 80 Millionen Jahren gab es einen gemeinsamen Vorfahren von Klippschliefern und Elefanten. Klippschliefer sind kaninchengroße Tiere, die Murmeltieren ähneln und in felsigen Regionen Afrikas und Asiens leben. Auch Rüsselhündchen und Seekühe sind mit den Elefanten verwandt, – ohne DNA-Analyse wäre man dieser Verwandtschaft nicht auf die Spur gekommen. Uns sind da schon eher die Mammuts bekannt.

Die Kommunikation der Elefanten umfasst mehr Töne, als wir hören können. Ausgewachsene Tiere können Schallwellen im Infraschallbereich aussenden, sogenannte Rumbles, die das menschliche Ohr nicht wahrnehmen kann. Diese Laute sind für andere Elefanten kilometerweit zu hören.

Auch wenn sie sechsmal im Leben neue Zähne bekommen, sind die letzten irgendwann abgenutzt. Ältere Elefanten wandern dann oft in Sumpfgebiete, wo die Pflanzenkost weicher ist und sich einfacher kauen lässt. Wissenschaftlervermuten, dass die sogenannten „Elefantenfriedhöfe“ wahrscheinlich auf diese Weise entstehen.

Wilderei und Elfenbeinhandel haben die afrikanischen Elefanten stark dezimiert. Organisationen wie ProWildlife setzen sich für den Schutz der Tiere ein.

https://www.prowildlife.de/elefanten/elfenbeinhandel

Elefanten – Die grauen Riesen, Was ist was Band 88, Tessloff Verlag 2017, 9,95 €